Einführung in onion.net: Screencasts bei YouTube
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Vor meiner derzeitigen Anstellung bei der itemis AG war ich bei der GETIT GmbH in Dortmund beschäftigt, einem E-Business-Dienstleister und Hersteller des Content-Management-Systems onion.net. Ich habe selbst an der Entwicklung von onion.net mitgewirkt und zahlreiche Projekte mit dem System realisiert.
Als ich das Unternehmen verlassen habe, war onion.net nicht viel mehr als ein internes »Dienstleistungstool«, aber mittlerweile hat es sich zu einem eigenständigen Produkt entwickelt. Vor kurzem hat Bernd Burkert, Produktmanager bei GETIT, einige Screencasts bei YouTube eingestellt, die onion.net und die Arbeit mit diesem System zeigen. Allerdings ist YouTube etwas unübersichtlich und die richtige Reihenfolge der Screencasts nicht so ganz offensichtlich. Ich habe mir daher die Mühe gemacht, das Material ein wenig sortiert und kommentiert.
Einführung in die Arbeit mit onion.net
Im diesem dreiteiligen Tutorial zeigt Bernd Burkert in wenigen Schritten den Aufbau einer kleinen Zitatsammlung, gibt einen Einblick, wie erfasste Daten über XSL-Transformationen in HTML »übersetzt« werden und wie die Oberfläche des onion.net-Editors und der Erfassungsmasken individualisiert werden kann.
- Folge 1: Zitatsammlung erstellen, Informationsmodell festlegen (Teil 1 und Teil 2)
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Die erste Folge des Tutorials zeigt den Aufbau einer Zitatsammlung in einem neu installierten onion.net-System. Zunächst werden in der Schemaverwaltung des onion.net-Editors Objekttypen für Zitate und Zitatsammlungen erstellt. Daraus generiert der onion.net-Editor automatisch die Pflegemasken, über die der Redakteur die Zitate erfasst und über Zitatsammlungen zusammenstellt.
An dieser Stelle ist die Einführung in den Richtext-Editor interessant, die einige Möglichkeiten der Inhaltserfassung zeigt. Mir gefällt übrigens nicht, dass Tabellenkopfzellen fett und kursiv markiert und nicht als
thausgezeichnet werden. Möglich ist dies aber, wie man an der Schaltfläche unten rechts erkennen kann. - Folge 2: Zitatsammlung erstellen, Transformationen entwickeln (Teil 1 und Teil 2)
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Die zweite Folge führt in XSL-Transformationen mit onion.net ein und zeigt, wie schnell und unkompliziert Entwickler die erfassten Daten als HTML ausgeben können. Dabei wird eine Transformation immer einem Objekttyp zugeordnet. Sie versteht sich als objektorientierte Methode, die Entwickler wie in der Programmierung üblich durch Ableitungen erweitern und Methodensignaturen parametrisieren können.
- Folge 3: Zitatsammlung erstellen, Editor individualisieren (Teil 1 und Teil 2)
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Die dritte Folge zeigt, wie Administratoren oder Entwickler die Pflege im onion.net-Editor mit wenigen Handgriffen durch lokalisierte Bezeichner, zusätzliche sortierbare Listenansichten und übersichtliche Icons verbessern können. Dieser Schritt erhöht den Komfort bei der Arbeit mit dem onion.net-Editor für Redakteure enorm. Wie Sie den onion.net-Editor in beliebigen weiteren Sprachen lokalisieren können, sehen Sie im Screencast Lokalisierung der Pflegemasken in weiteren Sprachen.
Ein weiterer Screencast zeigt, wie Sie den Richtext-Editor anpassen können.
Screencasts für Informationsarchitekten
Neben dem dreiteiligen Tutorial für Webentwickler stellt Burkert zahlreiche weitere Screencasts zur Verfügung. Darunter sind folgende für Informationsarchitekten interessant, die sich tiefer über die Datenmodellierung mit onion.net informieren möchten.
- Objektorientierte Erweiterung der Datentypen
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Dieser Screencast zeigt, wie Entwickler die in den ersten drei Folgen aufgebaute Zitatsammlung erweitern können. Ein Objekttyp Filmzitat wird hinzugefügt und die Transformationen sowie der Editor angepasst.
- Erweiterung des Datenmodells
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In diesem Screencast werden Zitate um ein Element für die Erfassung der Zitatquelle erweitert. Die Aktualisierung der Bestandsdaten lässt sich übrigens automatisieren, sodass es bei einer Menge von einigen Hundert Zitaten nicht unbedingt notwendig ist, alle auszuleihen, zu ändern und wieder zurückzugeben.
Der Screencast Datenkonsistenz zeigt darüber hinaus, dass es nicht möglich ist, Objektdefinitionen so zu verändern, dass Bestandsdaten ungültig werden.
- Einschränkung simpler Datentypen
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Am Beispiel der Zitatverwaltung zeigt dieser Screencast, wie ein Entwickler simple Datentypen einschränkt. Das ist eher eine kurze Einführung in die Möglichkeiten von XML Schema, aber dennoch oder gerade deswegen interessant zu sehen.
- Strukturelle Integrität und Kindschemata
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Dieser Screencast räumt alle Zweifel beiseite, falls Ihnen noch nicht klar geworden ist, dass onion.net über die Definition von Kindschemata für Ordnung sorgt und der Informationsarchitekt bestimmen kann, welche Objekte unterhalb welcher Objekte liegen können.
- Module erstellen und verteilen
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Objekttypen, angelegte Daten, Transformationen und Konfigurationen können in ein Modul zusammengefasst, als ZIP-Archiv exportiert und in ein anderes onion.net-Projekt importiert werden. Der Screencast Zukunftsfähigkeit durch XML zeigt ergänzend, wie das Archiv aufgebaut ist und wie Entwickler über diesen Weg onion.net-Daten in andere Systeme importieren können.
Screencasts für Redakteure
Die folgenden Screencasts zeigen, wie einfach sich Inhalte über den onion.net-Editor einstellen und bearbeiten lassen. Das einzige Manko hierbei ist der Editor an sich: Er läuft derzeit nur im Internet Explorer! Dass das ein Unding ist, ist den onion.net-Entwicklern schon seit Jahren bewusst. Leider ist noch keine Alternative in Sicht.
- Paralleles Arbeiten in mehreren Fenstern
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Die Arbeit mit dem onion.net-Editor ist nicht auf ein Fenster beschränkt. Stattdessen können Redakteure beliebig viele Fenster öffnen, parallel arbeiten und Inhalte von einem Fenster ins andere kopieren und verschieben.
- Exklusive Bearbeitungssperren
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Wenn ein Redakteur Inhalte im onion.net-Editor bearbeiten möchte, muss er das Objekt ausleihen. Dadurch ist es für die Bearbeitung durch andere Redakteure gesperrt, sodass parallele Änderungen sich nicht gegenseitig stören können und nicht derjenige Redakteur »gewinnt«, der zuletzt speichert.
- Referenzielle Integrität
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Interessant für Redakteure und Informationsarchitekten: onion.net stellt zu jeder Zeit sicher, dass alle Referenzen innerhalb des Systems konsistent sind. Das bedeutet, dass es keine internen toten Links auf einer mit onion.net erstellten Website geben kann, und darüber hinaus, dass Webentwickler sich darauf verlassen können, dass Objekte, auf die sie sich in ihren Transformationsmethoden beziehen, auch tatsächlich vorhanden sind.
- Volltext- und Metadatensuche
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onion.net unterstützt Redakteure durch eine leistungsfähige Suche, die sie unter anderem auf Pfade (wo soll gesucht werden), Objekttypen (was soll gesucht werden), Status, Bearbeiter, Ersteller und Zeiträume einschränken können.
- Metadaten und Versionierung
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Jede Änderung an einem Objekt wird in der Versionshistorie archiviert und kann von dort wieder hergestellt werden. Darüber hinaus werden strukturelle Änderungen protokolliert.
- Papierkorb
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Der Papierkorb des onion.net-Editors ist ein durchsuchbares Archiv, in dem Löschvorgänge aller Redakteure protokolliert werden. Gelöschte Objekte können wiederhergestellt werden.
Weitere Screencasts
Die übrigens Screencasts geben einen Überblick über die Benutzer- und Rechtverwaltung, den Imageserver und die SharePoint-Einbindung, mit der ich allerdings noch nicht gearbeitet habe.
- Benutzer- und Rechtverwaltung
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Das onion.net-Rechtemanagement ist gruppenbasiert. Der Benutzerverwalter definiert Gruppen, die typische Aufgabenstellungen des Systems widerspiegeln. Die Rechte legt er für die Gruppen fest. Anschließend weißt er Benutzern eine oder mehrere Gruppen zu. Welche Objekte ein Benutzer sehen, anlegen, bearbeiten oder löschen darf, ist abhängig von den Rechten, die er aufgrund seiner Gruppenzugehörigkeit besitzt.
- Bilder mit dem onion.net-Imageserver vereinheitlichen
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Es ist ein typisches Problem auf den meisten Webseiten, Bildgrößen und -formate konsistent zu halten. onion.net bietet mit dem Imageserver ein optionales Modul, mit dem Entwickler Bilder skalieren, bearbeiten und manipulieren können.
- Integration von Microsoft SharePoint: CMS Inhalte in Web Parts anbieten und SharePoint-Inhalte im CMS verwenden
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SharePoint ist ein Webportal mit Microsoft Office SharePoint Server als Portal und Windows SharePoint Services als Informationsspeicher bzw. Repository. Diese Screencasts zeigen, wie onion.net-Inhalte für die Nutzung in Microsoft SharePoint als Web Parts bereitgestellt werden und wie Inhalte aus SharePoint mit onion.net verwendet werden können.
Auf der onion.net-Website gibt es übrigens noch weitere Videos, die zum Teil wirklich beeindruckend sind. Das Video zu InSite Editing gehört in diese Kategorie: Es zeigt, wie das Farbschema einer Website aus den Farben des Logos abgeleitet werden kann, und darüber hinaus weitere Funktionen des ImageServers. Das ist sehenswert!
Hinweis in eigener Sache
Wenn Sie sich die Screencasts angeschaut haben und onion.net für Ihre eigene Website interessant finden, dann gestatten Sie mir bitte einen Hinweis: Seit einiger Zeit wenden wir bei der itemis AG unsere Vorgehensmodelle auch auf die Entwicklung von webbasierten Portalen an. onion.net kann dabei Teil der Werkzeugkette sein. Oder wir setzen Websites komplett mit onion.net um wie beispielsweise unser eigenes Corporate Portal. Wir bieten Ihnen einen Einsteiger-Workshop für modellbasierte Portale an und geben Ihnen die Möglichkeit, die Vorteile in der Praxis zu testen. Wenn Sie mehr erfahren möchten, dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf.
Bernd Burkert
8. Dezember 2009 um 18:41
Hallo Michael,
Danke für die Mühe und die konstruktive Kritik. Dass der onion.net Editor nur im Internet Explorer läuft, ist in Zukunft sicher Vergangenheit. Das Thema steht auf unserer Roadmap. Bei den Tabellenköpfen ist die vorgeschlagene Alternative ein guter Hinweis. Wer sich jetzt fragt, ob und wie der onion.net Editor an Projekterfordernisse angepasst werden kann, der möge einfach mal hier schauen: http://www.youtube.com/watch?v=8QjvjhXs0YE
Grüße aus Dortmund,
Bernd Burkert