So geht Internet heute! Rückblick auf den EC-Ruhr-Kongress 2011

Das Electronic Commerce-Kompetenzzentrum Ruhr (EC-Ruhr) ist eine Initiative für kleine und mittelständische Ruhrgebiet-Unternehmen. Den Rahmen bildet die Initiative »Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr«, das seit 1998 Unternehmen bei der Einführung von E-Business-Lösungen berät und begleitet. Der EC-Ruhr-Kongress findet seit 2010 statt, letztes Jahr in Dortmund, dieses Jahr im Congress Center Ost der Messe Essen. Unter dem Motto »So geht Internet heute!« konnten Teilnehmer in Keynotes und vier anwenderorientierten Fachforen mehr zu den Themen »Social Media«, »Mobiles Internet«, »Regionales Internetmarketing« und »Cloud Computing« erfahren. Während ich letztes Jahr nur vormittags anwesend sein konnte, war ich dieses Jahr den ganzen lang vor Ort und habe eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit zum Teil interessanten Vorträgen in einer vergleichsweise steifen Business-Atmosphäre gesehen. 

Der EC-Ruhr-Kongress unterscheidet sich von den Veranstaltungen, die ich in den vergangenen Jahren unter anderem als Speaker besucht habe. Er richtet sich nicht an Webworker, sondern deren Arbeit- oder Auftraggeber – anders angedrückt: Wer den Kongress besucht, der möchte nicht wissen, ob Web-Apps besser mit jQuery Mobile oder Sencha Touch entwickelt werden oder was der Unterschied ist zwischen PaaS und SaaS, sondern er möchte erfahren, was Web-Apps überhaupt sind oder welche Vorteile die Cloud für ihn bereit halten könnte.

Nun, liebe Besucher des EC-Ruhr-Kongresses, ihr hättet mich fragen können! Ich hatte absichtlich mein itemis-mobile-Poloshirt übergestreift, um mich als interessanten Gesprächspartner erkennbar zu machen. Aber leider hat das zu ebenso wenigen interessanten Gesprächen geführt wie wahrscheinlich der Link gerade zu Klicks auf unsere Website führen wird. Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich vor einigen Jahren über das BarCampRuhr geschrieben habe: Es ist keine gute Idee, allein zu einer Konferenz (oder einem Kongress, was ich eigentlich der Unterschied?) zu gehen, auf der man keinen eigenen Vortrag oder Workshop anbietet, der ein Türöffner sein kann zu dem einen oder anderen interessanten Kontakt.

Keynotes und Fachforen

Stattdessen standen andere im Mittelpunkt, zunächst Jochen Fricke, stellvertretender Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, und Veronika Lühl, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen – das weiß ich allerdings nur noch, weil ich gerade den Flyer vor mir habe. Damit ich die anderen Vortragenden und Themen nicht vergesse, habe ich sie getwittert und dazu einige Eindrücke, die ich hier einfach wiedergebe.

Alle auf der Veranstaltung gehaltenen Vorträge stehen auf der EC-Ruhr-Website zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Die AdWords-Kampagne der Zukunft – Chancen und Potentiale für KMU durch regionales Online-Marketing

»Dominik Osterholt von Google über die „Adwords-Kampagne der Zukunft“.« (11:30 Uhr)

»Es war die erwartete Google-Werbeveranstaltung. Trotzdem beeindruckend, was Google in 13 Jahren so aufgebaut hat.« (12:05 Uhr)

Die Internetzukunft 2020: Fakten und Visionen

»Jetzt: Dr. Kurt Glasner, Leiter Consulting PwC Essen, über die Internetzukunft 2020: Fakten und Visionen.« (12:07 Uhr)

»Scheint mir kein Ausblick in die Zukunft des Internets zu sein, eher eine Betrachtung der Gegenwart. Dennoch interessant.« (12:27 Uhr)

»Kaum schreibe ich’s, blicken wir zum Thema Mobilität ins Jahr 2020.« (12:32 Uhr)

»Ein für mein Geschmack zu wenig innovativer, aber nichts desto trotz guter und interessanter Vortrag. #glasner #pwc« (12:46 Uhr)

Mobiles Internet: Chancen und Herausforderungen

»Gleich spricht Helmut an de Meulen, CEO Materna GmbH, über Chancen und Herausforderungen des mobilen Internets.« (13:33 Uhr)

»Damals lief jede SMS von einem Netz ins andere über Materna. Die haben dafür 8 Pfennig pro SMS kassiert! Wow!« (13:52 Uhr)

»Da ist was dran: ›Man kann sehen, mit was für einem Menschen man zu tun hat, wenn man die Apps auf seinem iPad anschaut.‹ (an de Meulen)« (13:56 Uhr)

»Schon vorbei! Unterhaltsamer Vortrag. Prognose: Das Internet der Dinge wird kommen, ebenfalls mobiles Payment.« (14:03 Uhr)

Wie setze ich mobile Anwendungen um und wie steht’s mit der Sicherheit?

»›Wie setze ich mobile Anwendungen um und wie steht es mit der Sicherheit?‹ erklärt uns jetzt Hans Piechatzek, move elevator.« (14:11 Uhr)

»Mobiles Internet = Zugriff von mobilen Endgeräten + mobil optimierte Seiten + mobil zugängliche Daten« (14:20 Uhr)

»Jetzt geht’s ab, es wird präsentiert … *tusch* … die Web-App, die eierlegende Wollmilchsau. Sensationell. ;-)« (14:26 Uhr)

»So wie heute niemand mehr vom *Farb*fernsehen spricht wird in 2 Jahren niemand mehr vom *mobilen* Internet sprechen.« (14:33 Uhr)

Nach den beiden »IT-Schwergewichten« Glasner und an de Meulen war der Vortrag von Hans Piechatzek, Managing Director der Werbeagentur move:elevator, die richtige Abwechslung und dabei sehr unterhaltsam. Piechatzek hatte die schönsten Folien der gesamten Veranstaltung und hat sehr inspirierend vorgetragen. So verkauft man seinen Zuhörern mobile Websites und Anwendungen!

Praxisbeispiele für einen erfolgreichen Einsatz von mobilen Anwendungen

»›Praxisbeispiele für das mobile Internet‹ zeigt Tim Ontrup von der GeoMobile GmbH, der erst mal ewig über sein Unternehmen spricht…« (14:37 Uhr)

»Scheint eine Selbstbeweihräucherungs-Bulletpoint-Präsentation zu werden…« (14:40 Uhr)

Und deshalb bin ich bereits nach 10 Minuten rausgegangen, um mich dem Buffet zu widmen…

Status quo des regionalen Internetmarketings: Marktergebnisse und Anforderungen für den Nutzer

»Gleich beginnen die Fachforen zum Thema ›Regionales Internetmarketing‹ mit einem Vortrag von Maria Klees.« (15:46 Uhr)

»Netter Vortrag. Es gibt einen Ratgeber regionales Internetmarketing http://rim.ecc-ratgeber.de/ und einen Leitfaden zum Download.« (16:28 Uhr)

Der Leitfaden wird Ihnen per E-Mail zugeschickt, wenn Sie einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Weitere Ratgeber und Leitfäden gibt es zu den Themen E-Mail-Management, Website-Gestaltung und Newsletter-Systeme.

Fallstudien und Umsetzungsbeispiele erfolgreicher regionaler Internetmarketing-Kampagnen

»Feliks Eyser ist so lustig wie die Schreibweise seines Vornamens merkwürdig und spricht jetzt über regionale Internetmarketing-Kampagnen.« (16:29 Uhr)

»Diverse Fallstudien. Interessant, mit wie wenig Adwords-Budget die Anzahl der Kundenanfragen signifikant erhöht werden kann.« (16:36 Uhr)

»Der bislang lockerste Vortrag, zugleich sehr kompetent. Die Belohnung ist ein Link auf http://www.regiohelden.de« (16:40 Uhr)

Eysers Auftritt hatte stellenweise etwas von der Darbietung eines Stand-up-Comediens; er war witzig, frech und unterhaltsam – und dabei überraschend kompetent. Der Vortrag hat bei mir den Anschein erweckt, dass die Regiohelden etwas von ihrer Arbeit verstehen, und auch die Website vermittelt diesen Eindruck.

Anwenderorientierte Suchmaschinenoptimierung unter regionalen Aspekten

»Letzter Vortrag für heute: ›Anwenderorientierte Suchmaschinenoptimierung‹ von Christian Spanken, JFconcept GmbH.« (17:02 Uhr)

»Zeigt erst einmal ein YouTube-Videos eines anderen Unternehmens…« (17:03 Uhr)

… und war bereits nach 15 Minuten fertig mit seinem Vortrag.

Fazit

Der Kongress war sehr gut organisiert. Die Zielgruppe, Geschäftsführung, IT-Abteilung und Management kleinerer und mittelständiger Unternehmen, wurde perfekt bedient; das Essen war gut; die Vorträge waren abwechslungsreich und deren Umfang und Niveau angemessen; die Veranstaltung war mit knapp 280 Teilnehmern gut besucht, aber nicht überfüllt.

Der EC-Ruhr-Kongress ist einen Besuch wert. Ich werde auch nächstes Jahr teilnehmen, falls nichts dazwischen kommt – zumal die Teilnahme kostenlos ist.

1 Antwort
  1. Christian Broscheit
    Christian Broscheit says:

    Schön zu hören, dass Ihnen die Veranstaltung so gut gefallen hat. Wir würden uns natürlich freuen Sie im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können. Eventuell fällt uns ja auch noch etwas zur Steigerung der Networkingmöglichkeiten ein 😉

    Ich finde auch den Vergleich von „Farbfernsehen“ und „mobilem Internet“ sehr gelungen, da es ja jetzt für viele schon selbstverständlich ist unterwegs online zu sein.

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