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Neue Übersetzung: »Web Squared: Web 2.0 nach 5 Jahren«

Web zum Quadrat

Jeder kennt heute das Schlag­wort »Web 2.0«, das eine ver­än­derte Wahr­neh­mung und Nut­zung des Webs beschreibt. Wäh­rend das Web frü­her vor­nehm­lich sta­tisch war, ver­setz­ten neue Tech­ni­ken und grö­ßere Inter­net­band­brei­ten die Nut­zer zuneh­mend in die Lage, selbst Inhalte zu erstel­len und wei­ter­zu­ge­ben. Inhalte wer­den heute nicht mehr nur zen­tra­li­siert von weni­gen gro­ßen Unter­neh­men und Ver­la­gen erstellt und über das Inter­net ver­brei­tet, son­dern von einer Viel­zahl von Nut­zern, die sich mit Hilfe von Web­logs, Wikis, Online-Diensten und ande­rer »Social Soft­ware« mit­ein­an­der ver­net­zen. Das Web 2.0 ist eine Platt­form, wo die Men­schen dis­ku­tie­ren und mit­ein­an­der arbeiten.

Bekannt wurde der Begriff »Web 2.0« durch die »Web-2.0-Konferenz«, die im Okto­ber 2004 von O’Reilly Media, John Bat­telle und Media­Live ver­an­stal­tet wurde, sowie durch den von Tim O’Reilly im Sep­tem­ber 2005 ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel What is Web 2.0.

Seit 2004 fin­det jeden Okto­ber eine Kon­fe­renz statt, die mitt­ler­weile »Web 2.0 Sum­mit« heißt. Im Vor­feld der dies­jäh­ri­gen Kon­fe­renz schrie­ben O’Reilly und Bat­telle ein White Paper, in dem sie den Begriff »Web Squa­red« (Web²) als neues Schlag­wort ein­führ­ten, das den nächs­ten Evo­lu­ti­ons­schritt des Webs beschrei­ben soll. Die Auto­ren schil­dern darin ihre Vision einer nahen Zukunft, die schon heute begon­nen hat, in der nicht nur Men­schen über das Inter­net mit­ein­an­der in Ver­bin­dung ste­hen, son­dern Dinge aller Art. Der Weg führt uns somit vom Web 2.0 zum »Web hoch 2«.

Die Zeit, in der das Web lokal beschränkt war, sind schon lange vor­bei. Heute tra­gen wir das Web mit uns herum; über Smart­pho­nes und andere Geräte, die es uns erlau­ben, über­all online zu sein. Die Mög­lich­kei­ten die­ser Geräte sind ver­blüf­fend. O’Reilly und Bat­telle schreiben:

»Unsere Tele­fone und Kame­ras haben sich zu Augen und Ohren von Appli­ka­tio­nen ent­wi­ckelt. Bewegungs- und Orts­sen­so­ren tei­len mit, wo wir uns befin­den, was wir uns anse­hen und wie schnell wir uns fort­be­we­gen. Daten wer­den in Echt­zeit gesam­melt, dar­ge­stellt, aus­ge­wer­tet und ver­ar­bei­tet. Es wird ein Viel­fa­ches mehr Daten gesam­melt als noch vor fünf Jah­ren. (…) Alles und jeder in die­ser Welt wirft einen ›Infor­ma­ti­ons­schat­ten‹, eine ›Daten­aura‹, die außer­ge­wöhn­li­che Mög­lich­kei­ten bie­tet, wenn sie intel­li­gent ein­ge­fan­gen und ver­ar­bei­tet wird.«

Das Poten­zial, das sich auf diese Weise eröff­net, steigt nicht mehr linear an, son­dern expo­nen­ti­ell; daher der Begriff »Web²«.

Ich habe das »Web Squa­red White Paper« ins Deut­sche über­setzt. Neh­men Sie sich die Zeit und lesen Sie den Artikel!

Web Squa­red: Web 2.0 nach 5 Jahren

Die bei­den fol­gen­den Videos geben dar­über hin­aus einen Ein­blick ins Web². Das erste ist ein kur­zer Film von Explai​ningCom​pu​ters​.com und gibt einen gro­ben Über­blick, der nur das Wesent­li­che zusammenfasst.

Das zweite Video ist ein O'Reilly Web­cast, in dem Tim O'Reilly und John Bat­telle über eine Stunde lang ihre Gedan­ken und Visio­nen vorstellen.

Ich glaube nicht, dass »Web Squa­red« als Begriff – gerade im deut­schen Sprach­raum – einen sol­chen Sie­ges­zug antre­ten wird wie »Web 2.0«. Dafür sind die Über­set­zun­gen »Web hoch 2« oder »Web zum Qua­drat« zu sper­rig und nicht »cool« genug, »Web²« zwar cool, aber schwie­rig zu schrei­ben. Das Web 2.0 ist heute in aller Munde, weil es um Men­schen geht, um Kom­mu­ni­ka­tion, Zusam­men­ar­beit und – wenn man so will – dem Auf­bäu­men Davids gegen Goli­ath. Bei der Idee des Web² hin­ge­gen geht es um Mas­sen­da­ten, die von Sen­so­ren in Echt­zeit gesam­melt und anschlie­ßend ana­ly­siert wer­den, um dar­aus Werte zu schöp­fen. Das ist inter­es­sant, zukunfts­wei­send und in Tei­len auch visio­när, aber eben wenig »charmant«.

Ich freue mich über Kom­men­tare und auf Diskussionen!

3 Kommentare

  1. Danke, schließe mich dem Vor­red­ner an, wenn auch ein biss­chen zu spät. Ich habe mir alles durch­ge­le­sen und ange­se­hen. Ich muss sagen sehr Informativ.

    Grüße aus aus Berlin

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