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Rückblick auf die WebTech Conference 2010 in Mainz

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Die Web­Tech Con­fe­rence gehört zu den größ­ten und wich­tigs­ten Kon­fe­ren­zen rund die The­men Mobile Web, Social Net­wor­king, User Expe­ri­ence und Web-Programmierung. Sie deckt The­men ab wie Web­stan­dards und -Pro­to­kolle, Flash, RIA, AJAX und Java­Script, Web Secu­rity, APIs und Wid­gets. Für Frontend-Entwickler und Web­wor­ker, die ein brei­tes The­men­spek­trum abde­cken, ist dies wohl die Kon­fe­renz des Jahres.

Die­ses Jahr fand die Web­Tech Con­fe­rence vom 11. bis 13. Okto­ber in der Rhein­gold­halle in Mainz statt, im »Her­zen Euro­pas«, wie der Ver­an­stal­ter, die Soft­ware & Sup­port Media Group auf der WebTech-Conference-Website schreibt. Die Soft­ware & Sup­port Media Group ist Her­aus­ge­be­rin von Büchern und Zeit­schrif­ten, dar­un­ter die Busi­ness Tech­no­logy, das Java Maga­zin oder das PHP Maga­zin, und Ver­an­stal­te­rin von Kon­fe­ren­zen wie die JAX, die webi­nale und seit eini­gen Jah­ren auch die Web­Tech. Ich war die­ses Jahr als Speaker dabei und an allen drei Tagen vor Ort.

Zusam­men mit der Web­Tech fand die Inter­na­tio­nal PHP Con­fe­rence 2010 statt, deren Ses­si­ons und Besu­cher sich mun­ter mit denen der Web­Tech misch­ten. Im Grunde han­delte es sich um eine ein­zige große Kon­fe­renz; Besu­chern stand auch der Besuch von Ses­si­ons der jeweils ande­ren Kon­fe­renz frei, dar­über hin­aus teilte man sich die­sel­ben Räum­lich­kei­ten und Buf­fets. Dem­ent­spre­chend leb­haft ging es in Mainz zu: Die Kon­fe­ren­zen waren ganz gut besucht, das­selbe gilt für die Ses­si­ons. Ich denke, kein Speaker musste vor lee­ren Stuhl­rei­hen spre­chen. Die Ses­si­ons, die ich gese­hen habe, waren alle­samt gut besucht, auch jene in den gro­ßen Sälen. Über­füllt war es aller­dings nicht. Man fand immer einen Platz, auch wenn man ein paar Minu­ten zu spät dran war; vor den Kühl­schrän­ken und Kaf­fee­ma­schi­nen gab es keine, an den Buf­fets nur sehr kurze Schlan­gen. Es wis­sen wohl nur die Orga­ni­sa­to­ren, ob das so gewollt und geplant war, dann gro­ßes Kom­pli­ment an das Team für die gelun­gene Orga­ni­sa­tion, oder ob sie mit eini­gen Besu­chern mehr gerech­net hatten.

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Mon­tag

Die Kon­fe­renz begann am Mon­tag, 11. Okto­ber, um 9:00 Uhr, für die meis­ten mit der ers­ten Keyn­ode, für mich an der Tank­stelle, um mein Auto start­klar zu machen für die Fahrt von Dort­mund nach Mainz. Gegen 12:00 Uhr schließ­lich checkte ich im Hotel ein, etwa eine Stunde spä­ter stand ich an der Anmel­dung der Web­Tech, pünkt­lich zum Mit­tag­es­sen – per­fek­tes Timing.

Im Unter­schied zu vie­len ande­ren Kon­fe­ren­zen ist die Web­Tech nicht an den Cate­rer des Ver­an­stal­tungs­or­tes gebun­den, son­dern kann ich eigen­stän­dig um die Ver­pfle­gung der Teil­neh­mer küm­mern. Das muss kein Vor­teil sein, in die­sem Fall aber haben die Orga­ni­sa­to­ren eine her­vor­ra­gende Wahl getrof­fen: Das Cate­ring war das beste, das ich bis­her auf einer Kon­fe­renz genie­ßen durfte. Es war rich­tig schade, dass es mitt­wochs kein Abend­buf­fet mehr gab.

Anschlie­ßend begann für mich der fach­li­che Teil der Kon­fe­renz. Fol­gende Ses­si­ons habe ich an den jewei­li­gen Tagen besucht.

Recht­li­che Anfor­de­run­gen an den E- und M-Commerce

Eigent­lich ist das ein Thema, das mich nur am Rande inter­es­siert, oder bes­ser gesagt: Es inter­es­siert mich eigent­lich gar nicht, aber jeder Web­wor­ker sollte zumin­dest im Gro­ben Bescheid wis­sen, in wel­chen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen er sich mit sei­ner Arbeit bewegt. Der Vor­trag von Jan Schnei­der, Fach­an­walt für Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht, war ganz gut. Schnei­der hat kom­pe­tent vor­ge­tra­gen und umfas­send infor­miert. Aber ehr­lich gesagt habe ich mir den Vor­trag nur des­halb ange­hört, weil ich direkt anschlie­ßend dran war und den Raum vor­her ken­nen ler­nen wollte.

CSS Media Queries

Mei­nen Vor­trag über CSS Media Que­ries habe ich bereits vor eini­gen Wochen im Rah­men des Word­Camp 2010 in Ber­lin gehal­ten. Für die Web­Tech habe ich einige Folien über­ar­bei­tet und wei­tere Bei­spiele ein­ge­baut, dar­un­ter ein Bei­spiel für das iPhone 4: Gerät im Breit­for­mat in die Hand neh­men, Seite auf­ru­fen, Gerät hoch­kant dre­hen – Wahn­sinn, oder? ;-)

Mein Vor­tag wurde, wie fast alle Ses­si­ons im Guten­berg­saal IV, auf Video auf­ge­zeich­net. Der­zeit wird er geschnit­ten und auf­be­rei­tet. Sobald er öffent­lich zugäng­lich ist, werde ich hier dar­über berich­ten. In der Zwi­schen­zeit rei­chen viel­leicht die Folien bei Sli­deshare.

Bar­rie­re­frei­heit sichern – Voodoo-Werkzeuge für Frontend-Entwickler

Peter Rozek ist als selbst­stän­di­ger Web­de­si­gner, Usability-Berater und Infor­ma­ti­ons­ar­chi­tekt tätig. Auf­grund sei­ner Publi­ka­tio­nen, unter ande­rem bei den Web­krauts, ist er mir schon län­ger ein Begriff. Beim Mit­tag­es­sen haben wir uns eine zeit­lang unter­hal­ten; Peter ist ein net­ter Typ und ein aus­ge­wie­se­ner Fach­mann. Lei­der konnte er für mich nicht unter Beweis stel­len, dass er auch ein guter Red­ner ist. Sein Vor­trag wirkte auf­grund vie­ler Füll­wör­ter und Rela­ti­vie­run­gen unsi­cher, war inhalt­lich zu dif­fus, es fehlte der rote Faden und auch inhalt­lich haben sich klei­nere Feh­ler ein­ge­schli­chen. Ich weiß nicht, ob die bei­den wei­te­ren Vor­träge, die er auf der Web­Tech gehal­ten hat, bes­ser waren. Ich habe sie nicht besucht, aber seine Arti­kel werde ich wei­ter­hin gerne lesen.

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Diens­tag

Die schöne neue Welt von HTML5

HTML5 ist heute das, was »Web 2.0« vor etwa zwei Jah­ren war: Alles und nichts, ein Buz­zword für jeden, der über das Web spricht und schreibt, die Gegen­wart und Zukunft des Inter­nets, das heiße Eisen über­haupt. HTML5 ver­spricht, eine Viel­zahl von neuen Mög­lich­kei­ten, mul­ti­me­diale Inhalte ohne Plug-ins ein­zu­bin­den und leis­tungs­starke, desk­to­pähn­li­che Webap­pli­ka­tio­nen zu erstellen.

Patrick H. Lauke arbei­tet als »Web Evan­ge­list« bei Opera und enga­giert sich in der Acces­si­bi­lity Task Force des Web Stan­dards Pro­jects, dar­über hin­aus ist er akti­ves Mit­glied der Web­krauts und twit­tert als @patrick_h_lauke. Von Patrick war daher kein lang­wei­li­ger Business-Marketing-Talk zu erwar­ten, son­dern eine fun­dierte Ses­sion zu HTML5, des­sen Mög­lich­kei­ten und Vor­tei­len. Tat­säch­lich hat er die Erwar­tun­gen erfüllt. Die Ses­sion war sehr gut. Schade war nur, dass Patrick am Anfang zu viel Zeit ver­lo­ren hat, die ihm am Ende der Ses­sion fehlte, als er die gan­zen span­nen­den Lösun­gen rund um audio, video und canvas mehr oder weni­ger nur durch­kli­cken konnte, und das obwohl er ganze 20 Minu­ten über­zo­gen hat.

»Woher kommt denn das Orange?« – Rede­sign eines Webportals

Nils Pooker ist selbst­stän­di­ger Web­de­si­gner, Fach­buch­au­tor und eben­falls Webkrauts-Mitglied. Zusam­men mit Jens Grocht­dreis arbei­tete er am Rede­sign des Jaxen­ter Maga­zine und wei­te­rer Web­por­tale der Soft­ware & Sup­port Media Group. Dabei war Nils’ Auf­gabe die Ent­wick­lung des Screen­de­signs, das Jens im nächs­ten Schritt in XHTML/CSS-Templates auf Basis von YAML übersetzte.

Der Vor­trag the­ma­ti­sierte neben der Erar­bei­tung des fina­len Designs und dem Ablauf des Work­flows auch die »Untie­fen« der Ent­schei­dungs­pro­zesse und Kun­den­kom­mu­ni­ka­tion. Auch die Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Kun­den, dem Desi­gner und dem Frontend-Entwickler hat Nils ange­spro­chen. Ins­ge­samt ein run­der und sehr inter­es­san­ter Vortrag.

Schnell und effi­zi­ent: jQuery-Plug-ins mit Leich­tig­keit entwickeln

Da Chris Heil­manns Vor­trag auf­grund sei­ner ver­spä­te­ten Anreise ver­scho­ben wer­den musste und ich Mar­tin Kliehms Vor­trag über Web-Performance-Optimierung schon kannte, habe ich mich ent­schlos­sen, in Jakob West­hoffs jQuery-Session zu gehen. Das war offen­bar eine sehr gute Idee. Der Vor­trag gehörte für mich – neben dem erst­klas­si­gen Buf­fet – zu den posi­ti­ven Über­ra­schun­gen die­ser Konferenz.

Jakob West­hoff stu­diert Infor­ma­tik an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dort­mund und beschäf­tigt sich, sei­ner Web­site und sei­nem Enga­ge­ment bei der PHP User­group Dort­mund nach zu schlie­ßen, haupt­säch­lich mit PHP-Programmierung, aber auch JavaScript-Frameworks zäh­len zu sei­nen Inter­es­sen, dar­un­ter offen­bar jQuery. Die Ses­sion war super, inhalt­lich und didak­tisch sicher­lich eine der bes­ten der gesam­ten Kon­fe­renz. Ich bin kein JavaScript-Programmierer und beherr­sche kaum mehr, als fer­tige Skripte anzu­pas­sen und ein­zu­bin­den. Jakobs Vor­trag konnte ich hin­ge­gen an jeder Stelle fol­gen. Das lag gewiss nicht an den schlecht gestal­te­ten Folien, die ich hier gar nicht erst ver­linke, son­dern an dem struk­tu­rier­ten Auf­bau, Jakobs leb­haf­tem kla­ren Vor­trag und sei­nen prä­zi­sen Erklä­run­gen. Eine wirk­lich sehr gute Session!

Türme bauen mit Schildbürgern

Ein wei­te­rer Webkrauts-Vortrag: Nico­lai Schwarz über Aus­ga­be­fil­ter, die Redak­teure bei ihrer Arbeit unter­stüt­zen soll­ten. Nico­lai arbei­tet als selbst­stän­di­ger Desi­gner und Webent­wick­ler in Dort­mund. Er schreibt regel­mä­ßig für ver­schie­dene Fach­ma­ga­zine und treibt sich auf Kon­fe­ren­zen und Bar­Camps herum. Außer­dem ver­liert er gegen mich hin und wie­der beim Badminton. ;-)

In sei­nem Vor­trag zeigte Nico­lai ver­schie­dene Tools und Aus­ga­be­fil­ter, die den von Redak­teu­ren ein­ge­ge­be­nen Con­tent für die Dar­stel­lung auf der Web­site berei­ni­gen und auf­be­rei­ten. Der Kunde kopiert seine Inhalte aus Word und zer­schießt damit das Design? Kein Pro­blem, ein­fach den HTML Puri­fier vor der Aus­gabe den Inhalt auf Web­stan­dards trim­men las­sen. Der Kunde will selbst kleine Bil­der aus einer Bil­der­ga­le­rie an belie­bige Stel­len bauen? Kein Pro­blem, ein­fach einen Kurz­be­fehl ein­rich­ten, der die Bil­der über einen Fil­ter kor­rekt ein­fügt. Der Kunde setzt immer Zoll­zei­chen statt typo­gra­fi­scher Anfüh­rungs­zei­chen? Kein Pro­blem mit Typo­grify. Und so wei­ter. Nico­lais Bei­spiele stamm­ten aus sei­nen Drupal-Projekten, sind aber in belie­bige andere (PHP-)Projekte pro­blem­los über­trag­bar, bei­spiels­weise in Form von Plugins in WordPress-Projekte.

Ich habe vor eini­ger Zeit einen Arti­kel dar­über geschrie­ben, dass die Arbeit von Online-Redakteuren anspruchs­voll sein kann. Aus­ga­be­fil­ter kön­nen ihnen die Arbeit stark erleich­tern und deren Qua­li­tät erhö­hen, was zu bes­se­ren Web­sites führt und letzt­end­lich auch uns Webent­wick­lern zugu­te­kommt. Nico­lais Vor­trag hat mich moti­viert, den Redak­teu­ren, die ich regel­mä­ßig schule, mehr Hilfs­mit­tel an die Hand zu geben und selbst ver­stärkt auf Aus­ga­be­fil­ter zu setzen.

Kno­ckin’ on Heaven’s door – Die Pra­xis zu Besuch beim W3C

Die letzte Ses­sion des Tages sollte eine Podi­ums­dis­kus­sion mit Gesprächs­part­nern vom World Wide Web Con­sor­tium (W3C) und Ver­tre­tern aus der Pra­xis sein über die Rolle und Rele­vanz des W3C bei der Ent­wick­lung aktu­el­ler Web­stan­dards. Aller­dings fehl­ten dafür die Gesprächs­teil­neh­mer: Ledig­lich Jens Grocht­dreis, selb­stän­di­ger Frontend-Entwickler und Webkrauts-Gründer, und Prof. Dr. Felix Sasaki von der Fach­hoch­schule Pots­dam und dem Deut­schen For­schungs­zen­trum für künst­li­che Intel­li­genz, der das W3C in Deutsch­land und Öster­reich ver­tritt, saßen am Podium. Grund­lage der Dis­kus­sion war Jens’ Vor­trag am W3C-Tag, über des­sen Inhalte beide dis­ku­tier­ten und auch das Publi­kum einbezogen.

Wer gehofft hat, dass die Fet­zen flo­gen, wurde ent­täuscht. Es kam kein ech­tes Streit­ge­spräch zustande. Felix ist ein net­ter, höf­li­cher und diplo­ma­ti­scher Mensch, Jens (»unser Mann fürs Grobe« – wer hat das noch­mal gesagt?) war an die­sem Tag nicht bis­sig genug. Offen­sicht­lich sind Jens und Felix ein­an­der sym­pa­thisch und kämp­fen für die glei­che Sache, näm­lich gute und sinn­volle Stan­dards. Das ist an sich prima, nicht jedoch für diese Ses­sion, die irgend­wie nicht rich­tig in Fahrt kam.

Inter­es­sant war eine Frage, die Felix an das Publi­kum stellte: Wür­den Sie W3C-Mitglied wer­den, wenn die Mit­glied­schaft nur 100,00 € im Jahr kos­ten würde? Ich würde auf jeden Fall! Ihr auch?

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Mitt­woch

Stein auf Stein: Wid­gets mit jQuery UI entwickeln

Der zweite Vor­trag von Jakob West­hoff auf die­ser Kon­fe­renz, ähn­lich auf­ge­baut wie der erste und ebenso inter­es­sant und kom­pe­tent vor­ge­tra­gen. Hut ab! Mehr gibt es nicht zu sagen.

Wien ohne Hür­den – über den Relaunch von wien​.at

Tomas Cas­pers gehört zu den Grün­dern der Web­krauts und des Web Stan­dards Pro­jects, wo er sich in der Acces­si­bi­lity Task Force darum küm­mert, dass moderne Web­an­ge­bote auch für Men­schen mit Behin­de­rung zugäng­lich wer­den. Darum ging es auch bei sei­nem Vor­trag auf der Web­Tech Con­fe­rence: Der Relaunch der Web­site der Stadt Wien sollte bar­rie­re­frei umge­setzt wer­den, was sich alles andere als ein­fach gestal­tete. Tomas zeigte in sei­ner Ses­sion, wie er Pro­jekte die­ser Grö­ßen­ord­nung angeht und wie man im Jahre 2010 eine Web­site mit sau­be­rem HTML und CSS 3 auf­baut, wenn 26 % der Besu­cher den IE 6 benut­zen. Dar­über hin­aus mache er Lust auf einen Wochen­end­trip nach Wien.

Tomas’ Folien sind ohne sei­nen Vor­trag nicht ver­ständ­lich, daher ver­zichte ich dar­auf, sie hier ein­zu­bin­den. Ohne­hin muss man mal Tomas live in Aktion erle­ben, es lohnt sich immer, auch die­ses Mal.

Wie, wo, wer und was? Geo­lo­ca­tion im Web

Diese Ses­sion sollte bereits Diens­tag­nach­mit­tag statt­fin­den, wurde dann aber auf­grund Chris’ ver­spä­te­ter Anreise auf 19:00 Uhr ver­scho­ben. Zu die­sem Zeit­punkt war der Geolocation-Vortrag aller­dings noch nicht fer­tig, sodass Chris sei­nen zwei­ten Vor­trag »Bas­tel­stunde mit dem Web und freien Daten« vor­zog und den Geolocation-Vortrag auf Mitt­woch ver­schob. Prima, das Thema fand ich ohne­hin interessanter. :-)

Chris­tian Heil­mann ist einer der »Stars« der Szene, der welt­weit auf ver­schie­de­nen Kon­fe­ren­zen spricht und stän­dig unter­wegs ist. Als Web Evan­ge­list für das Yahoo Deve­l­oper Net­work bezeich­net er es als seine Auf­gabe, schwie­rige tech­ni­sche Zusam­men­hänge ein­fach dar­zu­stel­len und neuen Mit­ar­bei­tern zu zei­gen, wie man am ein­fachs­ten und schnells­ten die bes­ten Ergeb­nisse erzielt. Über die Jahre hin­weg hat er meh­rere Bücher und dut­zende Arti­kel über Webent­wick­lung, Bar­rie­re­frei­heit und Web­ser­vices geschrie­ben. Er ist Mit­glied der Web­krauts und twit­tert als @codepo8.

Chris’ Vor­trag drehte sich um ein inter­es­san­tes und aktu­el­les Thema: Heute ist es wich­tig, dar­auf zu rea­gie­ren, wo der Benut­zer sich befin­det, um den Nut­zen eines Infor­ma­ti­ons­an­ge­bots zu erhö­hen. Mobile Geräte wie das iPhone kön­nen her­aus­fin­den, wo sie sich gerade befin­den, und das­selbe gilt für HTML5-fähige Web­brow­ser. Lei­der gibt es – gerade in Deutsch­land – zu wenige Infor­ma­ti­ons­an­ge­bote, die auf Geo­lo­ca­tion rea­gie­ren. Ein Bei­spiel dafür lie­ferte uns Chris selbst eher unfrei­wil­lig mor­gens im Hotel: Wäh­rend Nils, Nico­lai und ich gerade ausch­eck­ten, kam uns ein unsor­tier­ter Chris Heil­mann ent­ge­gen, der sei­nen Kul­tur­beu­tel ver­ges­sen hatte und auf dem Weg zum Bahn­hof war auf der Suche nach der nächs­ten Drogerie.

Am Nach­mit­tag zu sei­nem Vor­trag war Chris wie­der in gewohnt guter Form. Der Vor­trag war sehr inter­es­sant und inspi­rie­rend. Es lohnt sich, die Folien durchzuklicken.

Java­Script done right

Der letzte Vor­trag der Kon­fe­renz war für mich wie­der ein Blick über den Tel­ler­rand: Dirk Gin­a­der zeigte Best Prac­tices, wie er seit Jah­ren bei Yahoo! Java­Script ent­wi­ckelt und ver­fei­nert sowie viele Tricks, um Java­Script wart­bar, ver­ständ­lich, bar­rie­re­frei, mehr­spra­chig und per­for­mant zu schreiben.

Dirk Gin­a­der arbei­tet seit 3 Jah­ren für Yahoo!, zunächst in Lon­don, seit 2009 im Sili­con Val­ley, um das dor­tige Yahoo! Team in Sachen Bar­rie­re­frei­heit und Java­Script zu ver­stär­ken. Auch Dirk gehört zu den Web­krauts und twit­tert unter dem Namen @ginader.

Ich find Dirks Vor­trag her­vor­ra­gend! Ich bin, wie bereits erwähnt, kein JavaScript-Programmierer, aber das, was Dirk vor­ge­tra­gen hat, ließ sich ent­we­der auf die Pro­gram­mie­rung in ande­ren Spra­che über­tra­gen oder hatte zahl­rei­che Schnitt­punkte zu mei­nen Schwer­punkt­the­men (HTML, XHTML, CSS, Per­for­mance, Usa­bi­lity, Bar­rie­re­frei­heit, …), daher fand ich seine Aus­füh­run­gen zu jedem Zeit­punkt hoch­in­ter­es­sant. Dar­über hin­aus ver­strömt Dirk wäh­rend sei­ner Ses­sion mehr als jeder andere eine – ich weiß nicht, wie ich es aus­drü­cken soll – »natür­li­che Auto­ri­tät«, sodass man sich belehrt, aber nicht von oben herab behan­delt fühlt. Nicht jeder kann sich erlau­ben, einen Ein­wand aus dem Publi­kum zu beant­wor­ten und anschlie­ßend zu fra­gen: »Hast du das jetzt verstanden?«

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Fazit

Die Web­Tech Con­fe­rence war in jeder Hin­sicht eine her­vor­ra­gende Ver­an­stal­tung. Ein prima Ver­an­stal­tungs­ort in einer schö­nen Stadt, phan­tas­ti­sches Wet­ter (Blauer Him­mel, Son­nen­schein und T-Shirt-Wetter, und das im Okto­ber), sehr gute Refe­ren­ten mit vie­len inter­es­san­ten und inspi­rie­ren­den Vor­trä­gen. Die Orga­ni­sa­tion ver­lief rei­bungs­los. Tom, wenn du mich nächs­tes Jahr wie­der dabei haben möch­test, melde dich! :-)

Die Web­Tech war – wie­der ein­mal – eine Art »Webkrauts-Klassentreffen«. Ich habe mich gefreut, Jens Grocht­dreis, Nico­lai Schwarz, Tomas Cas­pers und Nils Pooker wie­der­zu­tref­fen und fast noch mehr, end­lich ein­mal Dirk Gin­a­der im »wirk­li­chen Leben« ken­nen zu ler­nen. Es war nett, sich mit Peter Rozek, Moritz Gieß­mann, Michael Grosch, Felix Sasaki und Patrick Lauke zu unter­hal­ten, wenn­gleich die Gesprä­che nur kurz waren. Mar­tin Kliehm ist in Eile an mir vor­bei gelau­fen, ohne mich zu erken­nen. :-) Ein wenig ärgere ich mich dar­über, dass ich zwar jetzt schon zum zwei­ten oder drit­ten Mal mit Chris Heil­mann auf der­sel­ben Kon­fe­renz und kurz auch auf der­sel­ben Abend­ver­an­stal­tung gewe­sen bin (die­ses Mal eine pri­vate Runde in einer Main­zer Wein­kneipe), aber ins Gespräch kamen wir nicht. Viel­leicht das nächste Mal.

Auch aus einem ande­ren Grund hat der Besuch der Web­Tech sich gelohnt: Tom Wieß­e­ckel, als einer der Orga­ni­sa­to­ren zustän­dig für Ses­si­ons, Work­shops und Redak­tio­nel­les, hat mich mit Sebas­tian Bur­kart bekannt gemacht, einem Lek­tor von entwickler.press, und aus unse­rem Gespräch sind Ideen für zwei Buch­pro­jekte ent­stan­den. Zumin­dest eines davon ist sehr kon­kret, aber spä­ter an ande­rer Stelle mehr dazu. :-)

Vie­len Dank für diese tolle Konferenz!

3 Kommentare

  1. Danke für die Zusam­men­fas­sung. Ich ärgere mich jetzt umso mehr, dass es die­ses Jahr bei mir mit dem Webtech-Besuch nicht klappte.

    Dafür freue ich mich aber, dass die Ses­si­ons per Video auf­ge­nom­men wur­den und hoffe, dass ich mir diese bald anse­hen kann.

  2. Pingback: Webkrauts » Webkrauts auf der WebTech 2010

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